Alles begann mit...


… Liebe! Im September 1991 reiste die Oberarneggerin Myrta Wick ins westafrikanische Bénin. Die in der Schweiz ausgebildete Pflegefachfrau wollte dort die Mitarbeitenden des Spitals Bémbéréke (HEB) unterstützen. Am HEB absolvierte zur selben Zeit ein junger Béniner seine Lehre als Krankenpfleger: Daniel Kora. Aus den beiden wurde ein Liebespaar.

Als junge Familie nach Oberarnegg

Im Juni 1994 kam die erste von drei gemeinsamen Töchtern zur Welt. Mittlerweile hatten Myrta und Daniel geheiratet und eine Wohnung in Oberarnegg bezogen. Für Daniel folgte nach der Lehre in seinem Heimatland, welche in der Schweiz nicht anerkannt wurde, noch die Ausbildung zum Pflegefachmann Diplomniveau 2 am Kantonsspital St. Gallen.

Anfrage aus Bénin

Im Winter 1998/1999 weilte der damalige Präsident der UEEB (Union des Eglises Evangéliques du Bénin) Sacca Salomo in der Schweiz. Im Rahmen eines Besuches in Oberarnegg versuchte er Myrta und Daniel für ein Projekt zu gewinnen. Im nordbeninischen Weiler Soudé sollte ein Dispensaire entstehen – eine Krankenstation, in welcher Pflegerinnen und Pfleger einfachere Behandlungen durchführen.

Die Geburtsstunde der Stiftung Faaba

Schon zuvor hatten sich Myrta und Daniel überlegt, einen Einsatz in Bénin zu leisten. Nach einiger Bedenkzeit entschieden sie sich, das Projekt an die Hand zu nehmen. Freunde und Verwandte unterstützten sie bei der Beschaffung der notwendigen finanziellen Mittel und in organisatorischen Fragen. Im März 2000 wurde die Stiftung Faaba aus der Taufe gehoben und im Handelsregister eingetragen.

Geduldsprobe in Cotonou - Überraschung in Soudé

Im Juli 2000 reiste Daniel zusammen mit Bruno Wick und Christopher Hug für Vorarbeiten nach Bénin. Zuerst musste sich das kleine Team in Geduld üben. Mehrere Wochen vergingen bis der Container, welcher schon lange im Hafen von Cotonou eingetroffen war, endlich herausgegeben wurde. Einen Monat nach dem „Vorausteam“ kamen Myrta, Salomé, Myriam und Joanna Kora nach Bénin. Sie wurden begleitet von Marcel Wick – dem ersten aus einer ganzen Reihe von Privatlehrern. Die UEEB hatte versprochen, dass das neue Dispensaire Soudé im Sommer 2000 bezugsbereit wäre. Dem war nicht so. Zu diesem Zeitpunkt bestand erst ein Rohbau. Unverhofft musste Daniel nun selber auf der Baustelle Hand anlegen. Er setzte sich dafür ein, dass die Arbeiten nun zügig vorwärts gingen
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Viele Patienten – viel Arbeit

Im Januar 2001 – mit halbjähriger Verspätung – konnte das Dispensaire seinen Betrieb endlich aufnehmen. In der Anfangszeit bestand das Team nur aus drei Personen: Daniel und Myrta wurden durch die Hilfskraft Malik unterstützt. Es zeigte sich schnell, dass der Aufbau der ländlichen Krankenstation einem Bedürfnis der lokalen Bevölkerung entspricht. Kranke mussten nun den weiten und beschwerlichen Weg ins Spital Bembéréké nicht mehr unter die Füsse nehmen. Die Patientenzahlen waren hoch und die Arbeitstage lang. Phasenweise erhielt das Team Verstärkung von Pflegerinnen und Praktikantinnen aus der Schweiz sowie von Daniels Schwester Cathérine, einer ausgebildeten Hebamme.

Ausbau der Infrastrutur

Über die Jahre wurde die Infrastruktur in Soudé stetig verbessert. Bereits im Frühjahr 2001 entstand eine Paillotte. Sie bietet den Patienten, die oft stundenlang auf die Konsultation warten müssen, eine Sitzgelegenheit und Schutz vor der sengenden Sonne. Später wurde eine Apotheke gebaut und zusätzliche Schatten (und z.T. Mangos 😊) spendende Bäume gepflanzt.

Heute selbsttragend

Im Jahr 2002 nahmen Daniels jüngerer Bruder David und Gouda ihre Ausbildung zum Krankenpfleger in Angriff. Ein Jahr später tat es ihnen Marguerite gleich. Die Stiftung Faaba stellte hierfür die finanziellen Mittel bereit. Von Sommer 2005 bis Februar 2006 wurden die frisch diplomierten Pflegerinnen und Pfleger von Daniel eingearbeitet. Anschliessend folgte er seiner Familie zurück in die Schweiz. Myrta, Salomé, Myriam und Joanna waren ein halbes Jahr vorher heimgekehrt. Die drei Kinder besuchten ab August 2005 die Schule in Andwil. Mit Daniels Abreise ging das Dispensaire Soudé in die Obhut des Spitals Bembéréké (HEB) über. Da die Behandlung für Patienten, welche sich dies leisten können, kostenpflichtig ist, arbeitet das Dispensaire kostendeckend und ist nicht mehr auf Geld aus der Schweiz angewiesen. Organisatorisch, personell und finanziell ist es dem HEB unterstellt. Regelmässig kommen Ärzte aus Bembéréké zu Besuch.

Weitere Projekte zwischen 2000 und 2005

Myrta und Daniel konnten während ihrer fünf Jahre in Bénin noch weitere Projekte verwirklichen. Die Stiftung Faaba finanzierte den Bau von Dorfbrunnen und von Latrinen auf Schulanlagen. Die Bewohner von vier Ortschaften fragten zudem an, ob die Faaba den Bau einer Metzgerei bezahlen könnte. Da die alten Gebäude den hygienischen Umgang mit Fleisch verunmöglichten und Nährboden für Krankheiten boten, wurden diese Bauvorhaben unterstützt. Allerdings mussten die Einheimischen 10% der Baukosten in Form von Arbeit beisteuern. So ist auch gewährleistet, dass der neuen Infrastruktur Sorge getragen wird. Überhaupt massen Myrta und Daniel der Präventionsarbeit einen hohen Stellenwert bei. Moskitonetze wurden verbilligt abgegeben, um Malaria vorzubeugen. Mit den wartenden Patienten wurde über Hygiene, gesundes Essen und den Umgang mit Krankheiten gesprochen.